
Königsberg 1867
- Moritzburg 1945
In Königsber wächst Käthe Kollwitz (geborene Schmidt) auf. Der Vater leitet dort die vom Großvater (mütterlicherseits) Julius Rupp gegründete freireligiöse Gemeinde Deutschlands weiter. Die zeichnerische Begabung seiner jüngsten Tochter, wird vom Vater schon früh entdeckt und er ermöglicht ihr 1881 eine Ausbildung bei dem Kupferstecher Rudolf Mauer und später bei dem Maler Emil Neide. Kollwitz bewirbt sich mit 17 Jahren an der Künstlerinnen-Schule in Berlin, wo sie bei Karl Stauffer-Bern studiert. Ihr Lehrer macht Käthe mit den Grafiken Max Klingers vertraut. Diese und Klingers Veröffentlichung "Malerei und Zeichnung" erweisen sich für die junge Künstlerin als stark prägend. 1888/89 erhält Käthe Kollwitz die Möglichkeit in München bei Ludwig Heterich zu studieren. 1890 nach Königsberg zurückgekehrt, beschäftigt sie sich erstmals intensiv mit der Radierung und heiratet ein Jahr später den Arzt Dr. Karl Kollwitz. Mit ihm zieht die Künstlerin nach Berlin. Die Uraufführung von Gerhard Hauptmanns "Die Weber" 1893, ist für Kollwitz Auslöser für die Arbeit an dem gleichnamigen Radierzyklus, der 5 Jahre später auf der "Großen Berliner Kunstausstellung" Aufmerksamkeit erregt und für die Auszeichnung der kleinen goldenen Medaille vorgeschlagen wird. An der Berliner Künstlerinnen-Schule lehrt Käthe Kollwitz von 1898 bis 1903 Grafik und Zeichnen. Mit der Arbeit an einer neuen Radierfolge, die als logische Fortsetzung gilt: dem "Bauernkrieg", beginnt sie in dieser Zeit. Mit großem sozialkritischen Engagement schildert die Künstlerin darin, Armut, menschliches Leid, Krieg und Tod. 1901 reist sie erstmals nach Paris. Die Künstlerin reist nach Beendigung ihrer Lehrtätigkeit erneut 1904 nach Paris, wo sie die Bildhauerklasse der Académie Julian besucht und Auguste Rodin kennenlernt. 1907 ermöglicht Käthe der Villa-Romana-Preis, einen einjährigen Studienaufenthalt in Florenz. Der Tod ihres jüngeren Sohnes zu Beginn des Ersten Weltkrieges motiviert Kollwitz zur Holzschnittfolge "Der Krieg". Käthe Kollwitz erhält anlässlich ihres 50. Geburtstags zahlreiche Ehrungen und Preise und wird durch mehrere Ausstellungen gefeiert. In Berlin zeigt Paul Cassirer eine umfassende Werkschau mit an die 200 Radierungen, Lithographien und Zeichnungen. Die Künstlerin wird zwei Jahre später Professorin an der Preußischen Akademie der Künste und übernimmt 1928 die Leitung des Meisterateliers für Grafik. 1933, mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten erfolgt Käthe Kollwitz' Austritt aus der Akademie und bereits drei Jahre später werden einige Werke der Künstlerin aus öffentlichen Ausstellungen entfernt. Ihre Werke jedoch gelten nie als "entartet". Der Krieg veranlasst die Künstlerin erst nach Nordhausen und danach nach Moritzburg in Sachsen überzusiedeln. Ihre Wohnung und das Berliner Atelier werden durch Bombenangriffe zerstört. Acht Tage vor Kriegsende stirbt Käthe Kollwitz in Moritzburg.